Düsseldorfer Altbauwohnungen aus der Gründerzeit sind wegen ihrer hohen Räume, Stuckdecken und großen Fensterfronten so beliebt. Gerade diese Eigenschaften machen sie akustisch aber problematisch. Harte, glatte Oberflächen wie Parkett, Putz und Stuck reflektieren Schall, statt ihn zu schlucken. Wer seit Corona mehr von zuhause aus telefoniert und an Videokonferenzen teilnimmt, merkt es oft zuerst: Stimmen hallen, Nebengeräusche verschwinden nicht schnell genug, Konzentration fällt schwerer.
Nachhallzeit als messbare Größe
Die zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Raumakustik ist die Nachhallzeit, angegeben in Sekunden. Sie beschreibt, wie lange ein Schallereignis benötigt, um um 60 Dezibel abzuklingen, definiert nach der von Wallace Clement Sabine entwickelten Formel. In einem klassischen Berliner oder Düsseldorfer Altbauzimmer mit Stuckdecke und wenig Textilien können Nachhallzeiten von über einer Sekunde auftreten. Zum Vergleich: Für Wohnräume und Büros empfiehlt die DIN 18041, die Regelwerk für hörsame Räume ist, deutlich kürzere Werte, abhängig von Raumgröße und Nutzung.
Ein Deckensegel mit schallabsorbierenden Eigenschaften kann diese Nachhallzeit spürbar reduzieren, ohne dass bauliche Eingriffe in Wände oder Fußboden notwendig sind. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf Produkte wie Akustik Deckensegel, die gezielt an der Decke montiert werden und dort Schallenergie aufnehmen, statt sie zurückzuwerfen.
Schallabsorptionsgrad und Materialwahl
Neben der Nachhallzeit ist der Schallabsorptionsgrad eines Materials entscheidend, ein Wert zwischen 0 und 1, der angibt, welcher Anteil der auftreffenden Schallenergie absorbiert wird. Offenporige Materialien wie Melaminharzschaum oder Akustikfilz erreichen je nach Dicke und Frequenzbereich Absorptionsgrade von 0,7 bis über 0,9. Zum Vergleich: Glatter Putz oder Beton liegt oft unter 0,05. Diese Differenz erklärt, warum bereits einzelne Deckenpaneele in einem Raum einen messbaren Unterschied bewirken können, besonders wenn sie strategisch über Arbeitsplätzen oder in der Raummitte platziert werden.
Für Mieter in denkmalgeschützten Altbauten, wie sie in Stadtteilen wie Pempelfort oder Oberkassel häufig vorkommen, ist relevant, dass viele Akustiklösungen nicht in die Bausubstanz eingreifen. Deckensegel werden abgehängt montiert und lassen sich in der Regel rückstandslos wieder entfernen, was bei denkmalgeschützten Stuckdecken einen praktischen Vorteil darstellt.
Praktische Kriterien bei der Auswahl
Bei der Planung akustischer Maßnahmen im Wohn- oder Arbeitsbereich lohnt sich ein Blick auf mehrere Kriterien:
Raumvolumen und Deckenhöhe. Altbauräume mit über drei Metern Höhe benötigen häufig eine größere Absorptionsfläche als moderne Neubauwohnungen mit niedrigeren Decken, da sich Schall über eine größere Luftmenge ausbreitet.
Nutzung des Raumes. Ein Raum für Videokonferenzen stellt andere Anforderungen als ein Wohnzimmer, in dem Musik gehört wird. Für Sprachverständlichkeit ist vor allem der Frequenzbereich zwischen 500 und 2000 Hertz relevant.
Brandschutzklasse. Produkte für den Wohn- und Objektbereich sollten je nach Einsatzort eine entsprechende Baustoffklasse nach DIN EN 13501-1 aufweisen, etwa B-s1,d0 als schwer entflammbares Material.
Optik und Formatgröße. Rechteckige Deckenpaneele lassen sich in unterschiedlichen Rastern anordnen und passen sich damit sowohl an klassische Altbaugrundrisse als auch an offene, moderne Raumkonzepte an.
Wer in einer Düsseldorfer Altbauwohnung mit Nachhall zu kämpfen hat, sollte vor der Maßnahme im Idealfall die Nachhallzeit im eigenen Raum grob einschätzen oder messen lassen, etwa mit einer Schallpegel-App oder durch einen Akustikfachbetrieb. Auf dieser Grundlage lässt sich abschätzen, wie viel Absorptionsfläche tatsächlich benötigt wird, bevor eine Investition in Deckenpaneele oder andere Maßnahmen erfolgt.
Weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Raumakustik im Altbau
Abgesehen von Deckensegeln gibt es eine Reihe weiterer Maßnahmen, die zu einer besseren Akustik in Altbauwohnungen beitragen können. Textilien wie schwere Vorhänge, Teppiche und Polstermöbel dämpfen den Schall durch ihre schallabsorbierende Wirkung und vermindern so den Nachhall. Zimmerpflanzen mit großen Blättern können ebenfalls einen kleinen Beitrag leisten, indem sie Schallwellen streuen. Im Arbeitsbereich können zusätzliche schallabsorbierende Möbelstücke wie Bücherregale oder Raumteiler helfen, störende Reflexionen zu reduzieren. Auch strategisch platzierte Akustikbilder oder Wandpaneele sind eine Möglichkeit, um harte Wandflächen besser hörbar zu machen. Je nach Raumgröße und Nutzungsszenario kann eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen den höchsten Komfort bieten, ohne den Charme des Altbaus einzuschränken.
