Einen Roadtrip durch die USA planen

Wenige Länder eignen sich so gut für eine Reise mit dem Mietwagen wie die Vereinigten Staaten. Das Straßennetz ist gut ausgebaut, die Distanzen zwischen den Nationalparks und Städten sind groß, und die Landschaft ändert sich oft schon innerhalb weniger Fahrstunden vollständig. Genau diese Größe macht die Planung aber auch anspruchsvoll: Wer zum ersten Mal einen Roadtrip durch die USA organisiert, unterschätzt leicht, wie viel Zeit allein das Fahren in Anspruch nimmt und wie unterschiedlich sich Regionen wie der Südwesten und der Nordosten des Landes anfühlen.

Warum Entfernungen anders geplant werden müssen

Auf einer Landkarte wirken zwei Nationalparks oft nah beieinander, in der Realität liegen zwischen ihnen aber häufig mehrere Autostunden. Eine Strecke vom Grand Canyon zum Monument Valley etwa dauert deutlich länger, als die Entfernung auf den ersten Blick vermuten lässt, weil Straßen durch Wüstenregionen selten direkt verlaufen. Wer eine Route zusammenstellt, sollte deshalb realistische Fahrzeiten statt reiner Kilometerangaben zugrunde legen und pro Tag genug Puffer einplanen, um nicht jeden Abend erschöpft und im Dunkeln am Ziel anzukommen.

Eine Route, die zur Reisegruppe passt

Nicht jeder Roadtrip sieht gleich aus. Ein Paar, das viel wandern möchte, plant anders als eine Familie mit Kindern, die regelmäßige Pausen braucht, oder eine Gruppe Freunde, die auch mal einen längeren Fahrtag in Kauf nimmt, um mehr Regionen zu sehen. Reiseveranstalter, die sich auf individuell zusammengestellte Routen spezialisiert haben, gehen deshalb zunächst auf die Wünsche der jeweiligen Reisenden ein. So bietet etwa Little America Routen an, die auf Basis eines persönlichen Gesprächs entstehen, statt auf ein bereits fertiges Standardprogramm zurückzugreifen.

Der Ablauf von der ersten Idee bis zur Buchung

Der Weg zu einer maßgeschneiderten Route verläuft meist in mehreren Schritten. Zuerst gibt es ein Beratungsgespräch, in dem Reisezeit, Interessen und das gewünschte Tempo besprochen werden. Anschließend folgt ein konkreter Vorschlag mit Route, Unterkünften und Fahrzeiten, der gemeinsam mit dem Reisenden angepasst wird, bis alles passt. Reiseexperten, die selbst regelmäßig durch die USA und Kanada reisen, kennen dabei aus eigener Erfahrung, welche Strecken sich lohnen und wo es sich anbietet, einen zusätzlichen Tag einzuplanen. Erst danach folgen die Buchung und die notwendigen Reiseunterlagen, häufig inklusive der Flüge, die bei diesem Ansatz meist direkt Teil der Gesamtreise sind.

Übernachten abseits der Interstate

Bei einem Roadtrip liegt die Versuchung nahe, jeden Abend in einem der großen Motelketten an der Ausfahrt zu übernachten. Kleinere, persönlich geführte Unterkünfte bieten dagegen oft mehr Einblick in eine Region, weil die Gastgeber Empfehlungen geben, die kein Reiseführer kennt. Das passt zur Idee des sogenannten Slow Travel, bei der mehrere Nächte an einem Ort mehr zählen als ein möglichst dichtes Programm, und lässt sich gut mit den langen Fahrstrecken eines klassischen USA-Roadtrips kombinieren.

Was bei der Vorbereitung oft übersehen wird

Neben der Route selbst gibt es eine Reihe praktischer Punkte, die vor Abreise geklärt werden sollten. Dazu zählen die Gültigkeit des Führerscheins in den USA, die passende Versicherung für den Mietwagen und die Frage, ob unterwegs auch längere Strecken ohne Tankstelle oder Handyempfang zurückgelegt werden. Wer diese Details frühzeitig klärt, verbringt die Reise selbst entspannter und muss unterwegs weniger improvisieren, wenn unerwartete Situationen auftreten.

Wie viel Zeit ein Roadtrip realistisch braucht

Wer den Südwesten der USA mit seinen bekannten Nationalparks erkunden möchte, sollte dafür mindestens zwei bis drei Wochen einplanen, wenn neben dem reinen Fahren auch Zeit für Wanderungen und Aussichtspunkte bleiben soll. Wer stattdessen den Nordosten des Landes bereist, etwa entlang der Küste zwischen Städten und kleineren Küstenorten, braucht ein anderes Tempo als im dünn besiedelten Südwesten, weil die Distanzen zwischen den Stationen dort oft kürzer, aber die Sehenswürdigkeiten zahlreicher sind. In beiden Fällen gilt: Wer zu viele Stationen in zu wenig Zeit plant, verbringt am Ende einen großen Teil der Reise hinter dem Lenkrad statt an den eigentlichen Zielen.