Düsseldorf ist mehr als Mode und Messe. Zwischen Rheinufer, Altstadt und den futuristischen Bauten im Hafen findest du eine Stadt, die sich in wenigen Gehminuten komplett verwandelt.
Wir haben 20 Aktivitäten zusammengestellt, die sich wirklich lohnen für Erstbesucher genauso wie für Einheimische, die ihre Stadt noch einmal neu entdecken wollen. Von kostenlos bis exklusiv, von entspannt bis actionreich ist alles dabei.
1. Auf den Rheinturm steigen
Der Rheinturm ist das Wahrzeichen der Stadt und mit rund 240 Metern das höchste Bauwerk Düsseldorfs. Von der Aussichtsplattform in etwa 168 Metern Höhe siehst du bei klarem Wetter über den gesamten Rheinbogen bis ins Ruhrgebiet und an guten Tagen sogar bis zum Kölner Dom.
Die Lichtpunkte an der Turmschaft bilden den Lichtzeitpegel. Wenn du sie einmal entziffern kannst, liest du die Uhrzeit künftig aus mehreren Kilometern Entfernung ab.
Tipp: Kurz vor Sonnenuntergang hochfahren und die Stadt im Tageslicht und beleuchtet erleben.
2. Die längste Theke der Welt erleben
Die Düsseldorfer Altstadt trägt ihren Spitznamen zu Recht, auf rund einem halben Quadratkilometer drängen sich etwa 260 Kneipen, Bars und Restaurants. Kaum irgendwo sonst in Europa liegen so viele Lokale so dicht beieinander.
Am schönsten ist ein Bummel ohne festen Plan. Zwischen den Brauhäusern findest du historische Ecken wie den Burgplatz mit dem alten Schlossturm, dem einzigen Überbleibsel des ehemaligen Stadtschlosses.
Tipp: Unter der Woche ist die Altstadt deutlich entspannter als am Wochenende.
3. Eine Altbier-Tour durch die Brauhäuser
Düsseldorfer Altbier ist obergärig, dunkelbernsteinfarben und wird traditionell in kleinen 0,2-Liter-Gläsern serviert.
Vier Hausbrauereien in der Altstadt brauen noch selbs (Uerige, Füchschen, Schumacher und Schlüssel). Jede hat ihren eigenen Charakter, und der Vergleich an einem Abend ist eine Aktivität für sich. Wer es kräftiger mag, probiert zum Abschluss einen Killepitsch, den Düsseldorfer Kräuterlikör.
Tipp: Zum Alt gehört unbedingt eine Kleinigkeit.
4. An der Rheinuferpromenade spazieren
Seit der Rheinufertunnel den Autoverkehr unter die Erde verlegt hat, gehört die Promenade komplett den Fußgängern. Die breite Treppenanlage am Wasser ist bei Sonnenschein der beliebteste Treffpunkt der Stadt.
Der Weg führt vom Medienhafen bis zum Burgplatz und weiter nach Norden insgesamt mehrere Kilometer mit Blick auf Rhein, Schiffsverkehr und die Skyline von Oberkassel. Ein Klassiker, der nichts kostet und zu jeder Jahreszeit funktioniert.
Tipp: Eine Rheinfahrt mit der Weißen Flotte zeigt dieselbe Kulisse vom Wasser aus.
5. Über die Königsallee flanieren
Die Kö ist Düsseldorfs berühmteste Adresse, ein knapp einen Kilometer langer Boulevard, geteilt durch einen Wassergraben und gesäumt von alten Platanen.
Auf der Ostseite reihen sich internationale Luxusmarken aneinander, die Westseite ist ruhiger und von Bankgebäuden geprägt. Auch ohne Kaufabsicht lohnt sich der Spaziergang.
Tipp: Der angrenzende Hofgarten ist der älteste öffentliche Park Deutschlands und nur wenige Schritte entfernt.
6. Die grüne Fassade am Kö-Bogen II bestaunen
Der Kö-Bogen II hinter dem Schauspielhaus ist eines der spannendsten Architekturprojekte der letzten Jahre. Die schräg abfallende Gebäudehülle ist vollständig mit Hainbuchenhecken bepflanzt, mehrere Kilometer Hecke, die zur größten Grünfassade Europas zusammenwachsen.
Die Bepflanzung bindet Feinstaub, kühlt die Umgebung und hat das Areal von einer Verkehrsschneise in einen Aufenthaltsort verwandelt. Direkt daneben steht der ältere Kö-Bogen von Daniel Libeskind.
Tipp: Von der Treppe auf dem Dach hast du einen ungewöhnlichen Blick über den Gustaf-Gründgens-Platz.
7. Den MedienHafen entdecken
Wo früher Kräne und Lagerhallen standen, steht heute die spektakulärste Architektur der Stadt. Das Herzstück des MedienHafens ist der Neue Zollhof von Frank Gehry.
Rundherum haben sich Werbeagenturen, Medienunternehmen und Restaurants angesiedelt. Besonders am Abend, wenn sich die Fassaden im Hafenbecken spiegeln, ist das Viertel ein Fotomotiv erster Klasse.
Tipp: Die Fußgängerbrücke am Hafenbecken bietet die beste Perspektive auf die Gehry-Bauten.
8. Moderne Kunst im K20 und K21 sehen
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verteilt sich auf zwei Häuser. Das K20 am Grabbeplatz zeigt die klassische Moderne.
Das K21 im ehemaligen Ständehaus konzentriert sich auf Gegenwartskunst ab den 1980er Jahren. Publikumsmagnet ist Tomás Saracenos begehbare Netzinstallation in orbit unter der Glaskuppel, mehr als 25 Meter über dem Boden.
Tipp: Ein Kombiticket für beide Häuser lohnt sich, wenn du einen ganzen Tag einplanst.
9. Das Museum Kunstpalast besuchen
Das Museum Kunstpalast im Ehrenhof deckt eine enorme Zeitspanne ab. Besonders sehenswert ist die Glassammlung, eine der bedeutendsten weltweit, mit Objekten aus mehreren Jahrtausenden.
Direkt nebenan liegt das NRW-Forum mit Wechselausstellungen zu Fotografie, Popkultur und digitalen Medien. Beide Häuser stehen in der markanten Backsteinarchitektur des Ehrenhofs aus den 1920er Jahren.
Tipp: Der Rheinpark direkt vor der Tür eignet sich perfekt für eine Pause zwischen zwei Ausstellungen.
10. Schloss Benrath und seinen Park erkunden
Rund zehn Kilometer südlich des Zentrums liegt eines der schönsten Rokoko-Ensembles Deutschlands. Schloss Benrath wurde im 18. Jahrhundert von Nicolas de Pigage als Lust- und Jagdschloss errichtet.
Der Park mit Spiegelweiher, Alleen und Wasserachsen ist frei zugänglich und allein den Ausflug wert. Auf dem Gelände findest du außerdem ein Museum für Europäische Gartenkunst und ein Naturkundemuseum.
Tipp: Mit der Stadtbahn direkt erreichbar.
11. Ins Aquazoo Löbbecke Museum gehen
Das Aquazoo Löbbecke Museum im Nordpark kombiniert Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum unter einem Dach. In rund 80 Schauräumen begegnest du Haien, Quallen, Pinguinen, Krokodilen und einer begehbaren Tropenhalle.
Die Tiere sind nach Lebensräumen und evolutionären Zusammenhängen angeordnet, nicht nach Publikumswirksamkeit. Damit funktioniert das Haus für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
Tipp: Ein Klassiker für Familien und eines der wenigen wetterunabhängigen Highlights der Stadt.
12. Im Japanischen Garten im Nordpark entspannen
Der Nordpark ist mit rund 36 Hektar eine der größten Grünanlagen Düsseldorfs, doch das eigentliche Kleinod liegt in seinem Inneren.
Angelegt von japanischen Gartenarchitekten, folgt er klassischen Prinzipien mit Teich, Steinsetzungen, Kiefern und sorgfältig komponierten Blickachsen. Der Eintritt ist frei, und die Atmosphäre ist trotz der Lage mitten in der Stadt bemerkenswert still.
Tipp: Im April zur Kirschblüte und im Oktober zur Herbstfärbung besonders schön.
13. Little Tokyo und den Japan-Tag erleben
Düsseldorf beherbergt eine der größten japanischen Gemeinschaften in Europa, und das spürt man besonders rund um die Immermannstraße, wo sich Ramen-Restaurants, Sushi-Bars, japanische Supermärkte, Buchhandlungen und Bäckereien auf engstem Raum drängen.
Einmal im Jahr feiert die Stadt den Japan-Tag mit Bühnenprogramm, Cosplay und einem großen japanischen Feuerwerk am Rheinufer eines der größten Japan-Feste außerhalb Japans, das jedes Mal Hunderttausende Besucher anzieht.
Tipp: Für authentische Ramen früh kommen, die besten Läden haben oft Schlangen vor der Tür.
14. Die boot Düsseldorf besuchen
Jedes Jahr im Januar verwandelt sich das Messegelände in die weltgrößte Wassersportmesse. Auf 16 Hallen präsentieren rund 1.500 Aussteller aus mehr als 60 Ländern Yachten, Boote, Boards und Tauchausrüstung.
Dort stehen das Dive Center mit Bühnenprogramm, ein professioneller Tauchturm und Schnupperbecken, in denen Einsteiger den ersten Atemzug unter Wasser machen können. Mindestens ebenso beliebt sind die Reisestände, an denen Tauchbasen aus aller Welt ihre Reviere vorstellen. Wer sich dort durch die Prospekte arbeitet, landet früher oder später bei den Klassikern rund um Raja Ampat und Sulawesi, tauchen in Indonesien gehört zu den Themen, zu denen jedes Jahr mehrere Anbieter direkt vor Ort beraten.
Tipp: Die Mitmach-Workshops im Tauchturm vorab online buchen, sie sind schnell ausgebucht.
15. Tauchen lernen in Düsseldorf
Du musst nicht bis zur Messe warten, um unter Wasser zu kommen. Düsseldorf und das Umland haben eine erstaunlich aktive Tauchszene mit mehreren Vereinen und Tauchschulen, die Kurse vom Schnuppertauchen bis zum vollwertigen Brevet anbieten.
Der theoretische Teil und die ersten Übungen finden in der Schwimmhalle statt, die Freiwasserpraxis in nahegelegenen Baggerseen wie dem Unterbacher See oder in den Kiesgruben am Niederrhein. Nach dem Brevet stellt sich für die meisten sofort die Frage nach dem ersten richtigen Tauchurlaub sporttauchen in Indonesien bei vielen frisch zertifizierten Tauchern ganz oben auf der Liste, weil kaum eine Region eine vergleichbare Artenvielfalt bietet.
Tipp: Vor der Anmeldung ärztliche Tauchtauglichkeit prüfen lassen, viele Schulen setzen sie voraus.
16. Einen Tag am Unterbacher See verbringen
Im Südosten der Stadt liegt der Unterbacher See mit zwei Strandbädern, Liegewiesen und einem Rundweg von etwa fünf Kilometern. Im Sommer ist er das Naherholungsgebiet schlechthin.
Auf dem Wasser kannst du segeln, surfen, Stand-up-Paddeln oder Tretboot fahren, und die Segelschule bietet Kurse für Einsteiger an. Rundherum gibt es einen Campingplatz, einen Kletterpark und Grillzonen.
Tipp: An heißen Wochenenden früh anreisen, die Parkplätze füllen sich schnell.
17. Nach Kaiserswerth in den Norden fahren
Kaiserswerth ist der älteste Stadtteil Düsseldorfs und fühlt sich an wie eine eigene Kleinstadt.
Das Highlight ist die Ruine der Kaiserpfalz, die auf Kaiser Barbarossa zurückgeht. Nach der Sprengung im Spanischen Erbfolgekrieg blieben gewaltige Mauerreste stehen, die man heute frei erkunden kann.
Tipp: Mit dem Fahrrad am Rhein entlang aus der Innenstadt eine der schönsten Strecken der Stadt.
18. Oldtimer in der Classic Remise ansehen
Die Classic Remise in Derendorf ist in einem denkmalgeschützten Ringlokschuppen untergebracht und vereint Werkstätten, Händler und Glasgaragen für klassische Automobile.
Der Eintritt ist frei, und du kannst zwischen Ferrari, Porsche, Mercedes-Klassikern und Vorkriegsfahrzeugen umherlaufen wie in einem Museum, das ständig sein Exponat wechselt. Für Technikbegeisterte ist das eine der besten kostenlosen Aktivitäten der Stadt.
Tipp: An Wochenenden treffen sich hier regelmäßig Clubs.
19. Einen Abend im Apollo Varieté oder in der Tonhalle
Direkt unter der Rheinkniebrücke liegt das Apollo Varieté, ein modernes Varietétheater mit Artistik, Comedy und Live-Musik in einem Rundbau mit erstaunlicher Intimität.
Klassischer geht es in der Tonhalle zu, einem ehemaligen Planetarium mit markanter Kuppel und ausgezeichneter Akustik. Neben Sinfoniekonzerten gibt es dort Formate wie Sternstunden mit Projektionen an der Kuppel. Wer Oper bevorzugt, findet sie in der Deutschen Oper am Rhein.
Tipp: Restkarten sind an der Abendkasse oft deutlich günstiger.
20. Karneval und Rheinkirmes mitfeiern
Zwei Termine prägen den Düsseldorfer Festkalender. Am Altweiberfastnacht und an Rosenmontag steht die Stadt komplett im Zeichen des Karnevals, mit einem der größten Umzüge Deutschlands und politisch pointierten Mottowagen.
Im Juli folgt die Rheinkirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen, das größte Volksfest am Rhein mit Riesenrad, Festzelten und einem Abschlussfeuerwerk über dem Wasser. Beide Feste ziehen Millionen Besucher an und zeigen die Stadt von ihrer ausgelassensten Seite.
Tipp: Vom gegenüberliegenden Rheinufer aus hast du beim Kirmes-Feuerwerk die beste Sicht.
Häufige Fragen zu Düsseldorf Aktivitäten
Wie viele Tage sollte man für Düsseldorf einplanen?
Für die Höhepunkte reichen zwei Tage. Wer auch Schloss Benrath, Kaiserswerth und ein Museum in Ruhe erleben will, plant besser drei bis vier Tage ein.
Was kann man in Düsseldorf kostenlos machen?
Rheinuferpromenade, Hofgarten, Japanischer Garten im Nordpark, Kaiserpfalz Kaiserswerth, Classic Remise und der MedienHafen kosten keinen Eintritt.
Was lohnt sich in Düsseldorf bei Regen?
Aquazoo, K20 und K21, Museum Kunstpalast, Classic Remise sowie ein Brauhausbummel durch die Altstadt funktionieren unabhängig vom Wetter.
Fazit
Düsseldorf schafft etwas, das nicht viele Städte dieser Größe hinbekommen: Weltklasse-Kunst, spektakuläre Architektur, ein japanisches Viertel, barocke Schlossanlagen und eine legendäre Kneipenkultur liegen hier auf engstem Raum nebeneinander.
